Donnerstag, 24. Oktober 2019

Einer der ersten Buchkindergärten: Kinnerhuus an't Markt


Urkunde und Siegel über die
Auszeichnung und Pressebericht
Bücher hatten und haben im Wiesmoorer Kinnerhuus an't Markt einen hohen Stellenwert! Im Bestand seien wohl mehr als 1000 Exemplare, so Martina Friedrich als Leiterin des Kindergartens. Täglich wird vorgelesen und es werden auch Kinderbücher ausgeliehen, damit Mama, Papa und vielleicht auch ältere Geschwister, vorlesen können.

Vorlesen ist ganz wichtig, um Kindern ein Sprachgefühl und Sprachverständnis zu vermitteln!


Da ist der direkte Kontakt zwischen Kind und Vorleser auch wesentlich intensiver, als z. B. durch ein Hörbuch.- im direkten Kontakt kann das Kind nachfragen und interagieren und Gehörtes vertiefen!.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Bibliothekenverband zeichnete auf der Frankfurter Buchmesse Kindergärten mit herausragender Leistung in frühkindlicher Leseförderung aus.
"Schuld" an der Nominierung des Wiesmoorer Kinnerhuus war Buchhändlerin Susanne Köster-Schoon.- sie schlug den Kindergarten zu diesem Wettbewerb vor. Insgesamt rund 800 Kindergärten nahmen teil - es gab insgesamt 208 Preisträger. Einer davon war unser Kinnerhuus an't Markt. Zwei weitere Ostfriesen waren ebenfalls erfolgreich: Pinguin-Kindergarten in Aurich und Kindergarten Hooge Riege in Norden.

Mitarbeiterinnen des Kinnerhuus an't Markt nehmen regelmäßig an Sprachförderprogrammen teil und mit Sprachpädagogin Heidi Hobbie ist auch eine Fachkraft anwesend.

Natürlich geht es bei den Kindern im Vorschulalter nicht darum, vorzeitig aufs Lesen gedrillt zu werden. Aber durch Vorlesen und Haptik mittels Fühlbüchern (Felle, Metall, hart und weich, beispielsweise) wird das Gehörte auch auf einer anderen Schiene vermittelt und dadurch das Sprachverständnis der Kinder spielerich geschult.

Wie alle Kinder vorher lernen die Kleinen schnell, was wo auf jeder Seite steht und kennen die Vorlesebücher auswendig. Heidi Hobbie setzt sogenannte Erzählkisten oder Erzähltische ein. Auf solchen Tischen sind dann die Gegenstände angeordnet, die in diesen Geschichten erwähnt werden. Dann können die Kinder mit Hilfe dieser Puppen und anderer Gegenstände die Geschichten nachspielen und - wichtig - nacherzählen!

Zweimal in der Woche erscheinen "Vorlesepaten" die den Kindern vorlesen und mit und an ihnen ihre Freude haben. Das ist insbesondere für ältere und möglicherweise einsame Menschen eine gute Möglichkeit, mit der ganz jungen Jugend in Kontakt zu kommen. Aus mehreren Dokumentationen im Qualitätsfernsehen konnte die gegenseitige Bereicherung  miterlebt werden.

Nach der Auszeichnung in Frankfurt fand heute im Kinnerhuus eine Feierstunde statt. Neben Martina Friedrichs als Leiterin und Heidi Hobbie als Sprachpädagogin waren Buchhändlerin Susanne Köster-Schoon, die das alles angestoßen hatte, Bürgermeister Friedrich Völler und Pressevertreter anwesend.

v.l.: Susanne Köster Schoon, Bürgermeister Friedrich Völler,
Leiterin Martina Friedrichs, Sprachpädagogin Heike Hobbie

Auch Wiesmoor-info sagt: Herzlichen Glückwunsch, Kinnerhuus!

So nebenbei: Ich habe heute immer den Terminus "Kindergarten" anstatt Kindertagesstätte verwandt - aus dem einfachen Grund "Kindergarten" hat es geschafft, als deutsches Wort in deutscher Schreibweise (!) im anglo-amerikanischen Wortschatz akzeptiert zu werden. Wir sollten darauf stolz sein und das nicht durch neue Wortschöpfungen abwerten!

Nachtrag:

Bürgermeister Völler hat eine Stellungnahme übersandt!

Zitat


Stellungnahme des Bürgermeisters
Ich gratuliere dem Kindergarten „Kinnerhuus an’t Markt“ ganz herzlich zur Verleihung des Gütesiegels „Buchkindergarten“ auf der Frankfurter Buchmesse. Einen herzlichen Dank auch an Susanne Köster-Schoon, die die Bewerbung angeregt hatte. Das Gütesiegel wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. vergeben.
Von den 820 Einrichtungen, die sich für das Gütesiegel beworben haben, wurden insgesamt 208 Kindergärten in ganz Deutschland für ihren besonderen Einsatz, Kinder früh für Geschichten und Sprache zu begeistern, ausgezeichnet.
Mit dieser hohen Auszeichnung wird die sehr gute Arbeit des Kindergartens „Kinnerhuus“ bei der frühkindlichen Leseförderung besonders gewürdigt. Lesen gehört zu den klassischen Kulturtechniken, die erst eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Insbesondere auch das Vorlesen im frühkindlichen Bereich spielt dabei eine wesentliche Rolle. Da dies im häuslichen Bereich immer weniger stattfindet, kommt den Kindergärten eine zentrale Rolle zu.
Zitat Ende













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