Dienstag, 10. November 2015

Martini

Martini ist ein ostfriesischer Brauch, der sich auf den Geburtstag des Reformators Martin Luther bezieht. Ursprung für diesen Brauch war das Martinsfest in der katholischen Kirche am 11. November eines jeden Jahres. Hintergründe dazu hier!

An Martini ziehen die Kinder mit Laternen, die mehrheitlich in den Kindergärten und Grundschulen gebastelt wurden, von Haus zu Haus und singen im überwiegend protestantisch geprägten Ostfriesland Lieder, die an Martin Luthers Wirken und seinen Einfluss auf die Bevölkerung erinnern. Aber auch nicht religiös geprägte Lieder, wie "Mien lüttje Lantern..." kommen zum Vortrag und erfreuen die Gastgeber in den Häusern.

Zur Belohnung gibt es meistens eine Tüte mit Süßigkeiten und eine pekuniäre Belohnung, z. B. 1 € für die kleinen Boten.

In diesem Jahr war die Anzahl der Sänger allgemein etwas geringer als üblich. Es könnte daran gelegen haben, dass es während der Dämmerung und kurz danach, wo Eltern mit den Kleinsten unterwegs sind, doch stärker geregnet hatte und manch einer abgeschreckt worden war. Für die, die Präsenttüten in größerer Zahl vorbereitet hatten, war das natürlich etwas enttäuschend. Das wurde auch in den sozialen Medien so angesprochen. Vielleicht wird es im nächsten Jahr wieder besser?!

Sonst waren durchschnittlich zwanzig Kinder zu Besuch beim Autor dieses Blogs. In diesem Jahr waren es lediglich sieben Kinder. Sechs Kinder kamen zu zweit und gaben sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung, wenn mal eine Zeile eines Liedes Schwierigkeiten verursachte.

Alessandro (8) kam allein und begeisterte uns mit einem sehr flott und akzentuiert vorgetragenem Lied. Er wies keinerlei Schüchternheit auf und es war eine Freude, seinem begeisternden Gesang zuzuhören. Dankeschön!

Hoffen wir, dass im nächsten Jahr wieder mehr Kinder den Weg zu uns finden - es wäre äußerst schade, wenn dieses Brauchtum so nach und nach einschlafen würde!