Samstag, 11. Juli 2015

Feuerwehrübung

Groß angelegte Einsatzübung

Zahlreiche Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge waren kürzlich im Gewerbegebiet "Am Dobben" anzutreffen. Grund hierfür war eine groß angelegte Einsatzübung der Feuerwehren Wiesmoor und Marcardsmoor. Freundlicherweise stellte Klaus Wilken (Firma Wilken - Elemente & Wintergartenbau) das Gelände seiner Firma dafür zur Verfügung. Auf dem großen Areal fanden die Feuerwehrleute ein abwechslungsreiches Übungsszenario vor, welches die Schwerpunkte Menschenrettung und Technische Hilfeleistung umfasste.


Die zuvor von einigen Feuerwehrkameraden ausgearbeitete Ausgangslage verlangte den eingesetzten Rettungskräften einiges ab. So verlor der Fahrer eines Lkw aufgrund gesundheitlicher Probleme die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr frontal in das am Ende eines Wendehammers gelegene Bürogebäude der betroffenen Firma. Danach entwickelte sich ein Schwelbrand, der für eine starke Rauchentwicklung sorgte. In dem teils verrauchten Gebäudekomplex waren anschließend 15 Firmenmitarbeiter im Obergeschoss eingeschlossen. Unweit des Bürotraktes kam es bei Verladearbeiten in direkter Folge dieses Unglücks zu einem weiteren Zwischenfall. Aufgeschreckt durch die Kollision des Lkws mit dem Bürogebäude unterlief einem Gabelstaplerfahrer ein folgenschwerer Bedienungsfehler. Er rammte bei Entladearbeiten einen weiteren Lkw und verschob dadurch große Fässer auf der Ladefläche. Dabei wurde eine Person, die sich auf der Ladefläche befand, zwischen den dort geladenen 2000 Liter-Fässern eingeklemmt. Zu allem Überfluss beschädigte der Gabelstapler dabei auch noch eines der Fässer, aus dem augenblicklich eine große Menge eines gesundheitsgefährdenen Stoffes austrat. 


Diese komplexe Einsatzlage diente auch der Erprobung des neuen Einsatzleitwagens der Feuerwehr Wiesmoor, der im Frühjahr diesen Jahres in Dienst gestellt wurde. Von Beginn an teilte der zuständige Einsatzleiter den Schadensort in zwei Abschnitte auf. Den ersten Abschnitt stellte das Bürogebäude mit den 15 eingeschlossenen Personen dar. Der überwiegende Teil der Firmenmitarbeiter wurde von Atemschutzgeräteträgern beider Feuerwehren über das Treppenhaus mittels so genannter Fluchthauben gerettet. Einige "verletzte" Personen mussten auch mittels Krankentrage und Drehleiter von einem Balkon gerettet werden. Hier wurden vor allem die jüngeren Kameraden unter Atemschutz eingesetzt, damit sie den Ernstfall trainieren konnten.

Den zweiten Abschnitt bildete der missglückte Entladevorgang beim Lkw. Zunächst wurde der bewusstlose Fahrer des Gabelstaplers durch einen Atemschutztrupp gerettet und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Danach wurde die Rettung der eingeklemmten Person auf der Ladefläche vorbereitet. Zwischenzeitlich bereiteten die Einsatzkräfte ebenfalls Maßnahmen zur Eindämmung des Stoffaustritts, sowie eine Stelle für die Not-Dekontamination der Unfallopfer und Einsatzkräfte vor. Schließlich konnte auch das eingeklemmte Unfallopfer nach einigen Minuten aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Nach gut eineinhalb Stunden war die Übung, an der insgesamt 46 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen mitgewirkt hatten, beendet. In der abschließenden Manöverkritik besprachen die Führungskräfte die durch die Übung aufgedeckten Schwachstellen im Einsatzablauf. Im Großen und Ganzen waren alle Beteiligten mit dem Ausgang der Einsatzübung zufrieden. Der Inhaber der Firma, Klaus Wilken, zeigte sich beeindruckt vom Geschehen und dankte den Feuerwehrleuten für ihren "Einsatz", bei dem es sich ja glücklicherweise um eine Übung handelte.





Text: Jan-Marco Bienhoff (jmb)                                             Bild(er): Jan-Marco Bienhoff (jmb)