Donnerstag, 12. September 2013

Moorjuwel

Wiesmoor, das Blumenbeet Niedersachsens,

hieß es viele Jahre lang, wenn Wiesmoor auf sich aufmerksam machen wollte.
Dem veränderten Zeitgeschmack folgend, wurde der Slogan vor einigen Jahren geändert in


Wiesmoor ist also seit vielen Jahren als "die Blumenstadt Ostfrieslands" bekannt.


Wiesmoor ist aber auch eine Gartenstadt! Beispielhaft dafür ist der Gartenpark neben der Blumenhalle, der ein Abbild der Leistungsfähigkeit Wiesmoorer und benachbarter Gärtnereien ist.

Oben zum Beispiel während einer so genannten "Lifestyle-Messe"

Daneben gibt es in Wiesmoor aber auch einige Gärten, die von Privatleuten unterhalten, aber der Öffentlichkeit zu angekündigten Zeiten zugänglich gemacht werden.

Einer dieser Gärten ist das "Moorjuwel" von Hedwig und Wilhelm Weerts in der Kanalstraße II 153 in Wiesmoor - Ortsteil Auricher Wiesmoor II.



Hedwig sagt:

"Geliebt habe ich den Garten meiner Eltern immer. Ich mochte den Duft von Levkojen und
Cosmea, von den kleinen lila Herbstastern, wo es summte und brummte. Während meine Brüder aufs Hochmoor gingen zum „abenteuern“, wie sie es nannten, half ich meiner Mutter im Garten. Allerdings war alles darauf ausgerichtet, dass der Garten unsere Familie ernährte.

Da gab es dann alle Sorten von Gemüse, Beerensträucher und natürlich Kartoffeln. Im Vorgarten durften auch Blumen blühen, nur wurde sich darum nicht großartig gekümmert.
Nur Obstbäume, die hatten wir nie! Die Moorerde war lange kalt und sehr nass und das geht ja bei Obstbäumen bekanntlich überhaupt nicht. Wir mussten immer zum Nachbarn, um Äpfel zu klauen und Pflaumen vom Baum zu schütteln, denn 100 Meter weiter war Geestboden. Wie gern hätte ich schon damals…aber das ist eine andere Geschichte. So richtig gartenverrückt wurde ich nach einem Besuch vor 20 Jahren in Holland. Oh, da sah ich Gärten, ich habe gleich zu meinem Mann gesagt: “So einen Garten möchte ich auch!“ Wild, üppig, von allen Stauden, die ich in Deutschland noch nie gesehen hatte, gleich alle Farben, (da sah ich zum erstenmal Verbena bonariensis), Gräser, Dekorationen, es war einfach toll. Ich habe diese Visionen in meinem Herzen verankert. Nach und nach, als mein Vater starb, hat Mutter mir den Garten überlassen. Natürlich kann man keinen Garten „nachmachen“, aber ich bin mit meinem Mann immer wieder so gern ins Nachbarland gefahren. Inzwischen lernten wir auch unsere berühmten Gartenfreunde Rika und Pieter van Delden kennen, deren Garten war immer wieder unser Ziel. Seitdem lieben wir die Niederländer, die immer so freundlich sind, deren Kultur und Architektur, das Wohnambiente usw. Ein bisschen von dem Stil ist bei unserem Hausbau gleich übernommen worden. Hier in Wiesmoor waren wir Vorreiter in Sachen „offenes Wohnen“, wo jeder in die Wohnung sehen konnte. Das ging bei den Wiesmoorern 1993 noch garnicht. Mit dem Hausbau wurde meine Traum-Phase dann die Wirklichkeit. Ich durfe rund ums Haus gestalten, mein Mann fand meine Pläne gut."

Öffnungszeiten: Jeden 2.und 4.Sonntag von Mai bis Oktober von 10 - 17 Uhr,
der Eintritt beträgt 2 Euro pro Person.

Für Gruppen auf Anmeldung auch wochentags, wenn gewünscht mit Bewirtung.
Tel. 04944 5810.

Hedwig und Wilhelm Weerts haben hier im Moor in der Tat ein Juwel erschaffen!
Wir von Wiesmoor-info erkundeten diesen bemerkenswerten Garten und sind ganz beeindruckt!
Wie so viele Besucher haben wir nicht an der Haustür, sondern am Nebeneingang geklingelt.

Der Blick fällt dann gleich aufs Haupthaus, der Weg dorthin ist interessant gepflastert.
Hedwig hat ein Gepür für gefällige Dekorationen, wie man hier sehen kann.
Die Maronen stehen jetzt im Herbst in voller Frucht und warten darauf, im Winter geröstet und verzehrt zu werden - wenn man denn mag.
Liebevoll gestaltete Details erfreuen das Auge der Besucher.
Unzählige Sitzgelegenheiten laden ein zum Verweilen und Genießen des Ambientes.
Einzelne Details...
... und Übersichten, wie hier der Brunnen, sorgen für Abwechslung.
Hier ein Fenster aus einem ehemaligen Stallgebäude...
... hier eine Mauerfront neben dem vorher gezeigten Brunnen...
Hinweise auf Besonderheiten, wie hier die Gewürzecke...,
... oder auch ein Blick auf das Gartenhaus, machen immer wieder neugierig.
Bizarre Farnpflanzen sind zu finden...
...als auch eher versteckte Details!
Das Tuunhuus (Gartenhaus) ist ein Highlight! Hier werden Gäste auf Wunsch bewirtet.

Man wähnt sich wie in Großmutters Küche ...


... oder wie in ihrem Garten

Weitere Eindrücke:


















Und mit etwas Glück findet man sogar ein vierblättriges Kleeblatt!

Vielen Dank, Hedwig und Wilhelm, Euer Garten ist eine Pracht!

Der Eintrittspreis beträgt 2€. Aber die Bewirtung ist unterschiedlich, das kann dann bei der Anmeldung jeder erfragen. Auch Busgesellschaften sind herzlich willkommen. 50 - 60 Personen kann der Garten gut verkraften.

Der Garten wird auch mit einer Website vorgestellt: http://www.garten-moorjuwel.de/
und ist auch im Facebook präsent:
https://www.facebook.com/pages/Moorjuwel/275041292519210?ref=ts&fref=ts